BRCGS vs SALSA:
Welche Zertifizierung verlangt Ihr Kunde tatsächlich?
Für kleine und mittelgroße Hersteller in Irland und dem Vereinigten Königreich reduziert sich die Zertifizierungsfrage meist auf zwei Kandidaten: SALSA, das verhältnismäßige Schema für kleinere Zulieferer, und BRCGS, der vom GFSI referenzierte Standard, den die nationalen Filialisten erwarten. Die falsche Wahl kostet ein Jahr und einen fünfstelligen Betrag in der einen Richtung oder verhindert einen Vertrag in der anderen. Hier der praktische Vergleich.
Was jedes Schema tatsächlich umfasst
SALSA (Safe and Local Supplier Approval) wurde von britischen Lebensmittelbranchenverbänden speziell für kleine und Kleinstproduzenten geschaffen, die lokal und regional liefern – z. B. an Hofläden, Delis, unabhängige Händler, Gemeinschaftsverpflegung und regionale Listungen im Einzelhandel. Der Standard deckt HACCP‑basierte Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit, Lieferantenkontrolle und Betriebsstätten in einer dem Umfang kleiner Betriebe angemessenen Tiefe ab und wird von SALSA‑zugelassenen Auditoren geprüft.
BRCGS Food Safety (derzeit die BRCGS-Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit) ist ein globaler Standard, der dem GFSI-Benchmark entspricht, von akkreditierten Zertifizierungsstellen geprüft wird und de facto Zugangsvoraussetzung für Eigenmarkenlieferungen an nationale Handelsketten sowie für viele Exportkunden ist. Die Anforderungen sind überall strenger: dokumentierte Systeme, der 4‑stündige Rückverfolgbarkeitstest mit Massenbilanz, vertikale Audits, unangekündigte Auditoptionen und gestufte Zertifikate.
Gegenüberstellung
| Kriterium | SALSA | BRCGS Food Safety (BRCGS-Rückverfolgbarkeitsanforderungen) |
|---|---|---|
| Konzipiert für | Kleine und Kleinstproduzenten, lokale/regionale Belieferung | Lieferanten an Handelsketten, Export und Eigenmarken |
| Anerkennung | Einkäufer in UK/IE, regionaler Einzelhandel, Außer-Haus-Verpflegung | Dem GFSI-Benchmark entsprechend; globale Einzelhändler und Hersteller |
| Typische Gesamtkosten | Hunderte bis wenige Tausend pro Jahr | Mehrere Tausend pro Jahr zuzüglich Vorbereitungskosten |
| Auditumfang | Verhältnismäßig; ca. 1 Tag | Umfassend; 1,5–3+ Tage; gestuft; unangekündigte Optionen |
| Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit | Auf Chargenebene, in beide Richtungen, als praktische Übung | Wie oben, plus 4‑stündiger Zeittest, Massenbilanz und vertikales Audit |
| Wer verlangt das üblicherweise? | Hofläden, Feinkostläden, unabhängige Händler, einige Großhändler | Tesco, Sainsbury's, M&S; Eigenmarken von Aldi und Lidl; viele Exporteure |
Die Entscheidungsregel
Fragen Sie Ihre drei größten aktuellen Käufer und Ihren einen Wunschkunden, was sie verlangen – Zertifizierung ist ein kommerzieller Türöffner, kein Pokal. Wenn Ihr Vertriebs-Pipeline aus unabhängigen Händlern und regionalen Listungen besteht, ist SALSA fast immer das richtige erste Zertifikat: verhältnismäßige Kosten, in Monaten erreichbar, und es professionalisiert dieselben Systeme, die BRCGS später vertiefen wird. Steht dagegen ein Eigenmarkenvertrag eines Filialisten zur Debatte, ist BRCGS meist nicht verhandelbar und Sie sollten direkt darauf hinarbeiten.
Die Falle, die es zu vermeiden gilt, ist, BRCGS-tiefe Systeme und Beratung anzuschaffen, bevor ein Käufer dies verlangt – oder umgekehrt SALSA so leichtfertig zu behandeln, dass die Aufzeichnungen einem Schritt nach oben nicht standhalten.
Der Kern der Rückverfolgbarkeit ist dieselbe Herausforderung
Beide Standards prüfen dasselbe Fundament: nachweisen, was hereingekommen ist, wie es verarbeitet wurde und wer es erhalten hat, mit Aufzeichnungen in angemessener Zeit in beide Richtungen. SALSA prüft das verhältnismäßig; BRCGS setzt Zeitvorgaben, quantifiziert die Anforderungen und wählt das Los für die Überprüfung aus. Daher ist die Systementscheidung wichtiger als die Standardwahl: losbezogener Wareneingang, Chargenaufzeichnungen, die ihre Eingangsrohstoffe benennen, und Versandzeilen mit Chargencodes erfüllen beide Audits ohne Änderungen. Keystone liefert genau diese Nachweisform; welches Gütesiegel auf dem Zertifikat steht, ändert die Papierform, nicht die Vorbereitung.
- SALSA = verhältnismäßiger Standard für kleine/regionale Lieferanten; BRCGS = von GFSI anerkanntes Sprungbrett zu Filialisten und Exportmärkten.
- Lassen Sie Ihre Käufer entscheiden: Zertifizierung ist eine kommerzielle Voraussetzung, kein Pokal.
- Die Rückverfolgbarkeitsgrundlagen sind identisch: losbezogene Aufzeichnungen in beide Richtungen, geprüft.
- Führen Sie unter SALSA losbezogene Aufzeichnungen; der Schritt zu BRCGS fügt Tiefe hinzu, nicht Neuarbeit.
- Budgetieren Sie realistisch: SALSA kostet jährlich hunderte bis niedrige tausende Euro; BRCGS kostet mehrere tausend Euro zuzüglich Vorbereitung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen Supermarkt ausschließlich mit SALSA beliefern?
Wie lange dauert die SALSA-Zertifizierung?
Wie viel kostet BRCGS im Vergleich zu SALSA?
Ist SALSA in Irland anerkannt?
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